Beschreibung
Carte de la Province de Quito au Perou
Charles Marie de la Condamine
Diese wunderbar detaillierte Karte von Ecuador geht zurück auf den französischen Gelehrten Charles Marie de La Condamine (1701–1774). Das Blatt war ursprünglich Teil des Buches „Journal du voyage fait par ordre du Roi à l’Equateur servant d’introduction historique à la mesure des trois premiers degrés du méridien“ (Paris, 1751). Gezeichnet wurde die Karte durch den bekannten Kartografen Jean-Baptiste Bourguinon d`Anville (1697–1782).
Das Kartenbild reicht von der kolumbianischen Stadt Barbacoas im Norden bis zur argentinischen Stadt Perico im Süden. Faszinierend ist, wie detailliert die Darstellung gezeichnet ist: Nicht nur sind einzelne Hügel individuell dargestellt, auch kleinste Flussläufe und Siedlungen sind zu erkennen. Erstaunlich ist dies, da die abgebildete Region schwer zugänglich war. Um Quito sind zudem Triangulationen zu erkennen.
La Condamine reiste 1735 im Auftrag der französischen Krone nach Südamerika, um Fragen nach der Gestalt der Erdkugel zu beantworten. Unsicher war, ob der Globus die Region am Äquator enger oder breiter sei – je nachdem, ob man abgeflachte oder runde Pole voraussetzte. Um die Frage zu klären, vermassen zwei Expeditionen aus unterschiedlichen Wissenschaftlern zwei einzelne Meridiane. Eine Expedition reiste an den Polarkreis nach Lappland; die andere machte sich auf den Weg nach Peru zum Äquator.
Die Messungen in Südamerika geschahen von 1736 bis 1743. Da sich Gruppe aufgrund persönlicher Animositäten splittete, wurden mehrere Messungen an unterschiedlichen Orten durchgeführt. La Condamine reiste von Guayaquil nach Quito und vermaß die Region mithilfe der Triangulation. Zurück ging der Weg über den Amazonas, bevor er vom heutigen Guayana nach Frankreich in See stach.
unkolorierter Kupferstich
Bildmaß: 59 x 35,1 cm (Höhe x Breite)

