Island im Jahr 1603

ReproduktionSKU: R 20051
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Beschreibung

Islandia
Abraham Ortelius

Diese einzigartige Karte von Island geht zurück auf den berühmten Antwerpener Gelehrten Abraham Ortelius (1527–1598), den Autor des ersten modernen Atlasses („Theatrum Orbis Terrarum“, Erstauflage: 1570). Das Blatt war ursprünglich Teil einer lateinischsprachigen Auflage dieses Atlasses aus dem Jahr 1603. Ortelius’ Island-Karte zählt zu den Ikonen der neuzeitlichen Kartografie: es handelt sich um die erste exakte Karte von Island und um eine der dekorativsten antiken Karten überhaupt.  

Das Kartenbild ist nach Norden orientiert und zeigt eine von Fjorden und Vulkanen zerklüftete Landschaft. Markant ist der Küstenverlauf mit seinen schluchtartigen Buchten. Die Karte benennt 200 Orte und erklärt einzelne legendäre Besonderheiten in kurzen Texten. So leben etwa nahe des Vulkans Hekla im Südosten bösartige Krähen mit metallenen Schnäbeln. Besonders faszinierend ist auch die Einrahmung von Island: In der rechten oberen Bildecke tummeln sich zahlreiche Eisbären, die mühsam auf glatte Eisschollen klettern; daneben ist das Nordmeer von fantastisch anmutenden Ungeheuern, Walrössern, Seepferden und Walen bevölkert. 

Ortelius benutzte für seine Karte mehrere Vorlagen. Die Titelkartusche nennt den dänischen Historiografen Andreas Sørensen Vedel (1542–1616) als Urheber des Bildes. Vedel war Prediger am dänischen Hof und verfasste Bücher über die skandinavische Geschichte – allerdings ist nicht bekannt, dass er jemals eine Karte von Island gezeichnet hätte. Wahrscheinlich hatte er Ortelius eine Karte vermittelt, die als Vorlage benutzt wurde. Da das Kartenbild sehr detailliert ist, nahm die moderne Forschung an, Ortelius müsse eine Karte gekannt haben, die von einem Isländer selbst gezeichnet worden war, und zwar vom ehemaligen Bischof von Hólar, Guðbrandur Þorláksson (1541–162). Dieser soll seine Karte vor dem Jahr 1590 gezeichnet haben, als Ortelius zum ersten die Island-Karte in seinem Atlas veröffentlichte (allerdings versteckt sich da ein Zirkelschluss). 
Die Seeungeheuer speisen sich aus klareren Quellen. Ein Teil lässt sich bis zu den Legenden um eine Seereise des irischen Heiligen Brendan (c. 484–577) verfolgen. Die konkreten Motive finden sich auf einer berühmten Darstellung von Seeungeheuern in der Universalenzyklopädie des Sebastian Münster („Cosmographia“; erste Auflage 1544). 

hochwertiger Fine-Art Print
Bildmaß: 33 x 48 cm (Höhe x Breite)

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