Nordpolarmeer im Jahr 1601

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Beschreibung

Vera delineatio Maris Insularum Portum et littorum Septentionalium
Jan Huygen van Linschoten

Diese wundervoll gestaltete Karte des Nordpolarmeeres ist einer ersten Karten, die diese Region detailliert darstellen. Der Autor dieses seltenen Blatts war der Niederländer Jan Huygen van Linschoten (1563-1611). Ursprünglich war die Karte Teil eines Berichts über eine Expedition durch das Nordpolarmeer nach Asien.

Das Kartenbild ist nach Süden ausgerichtet und zeigt die Region zwischen Nordsibirien im Osten (am linken Bildrand) und dem Weissen Meer im Westen (am rechten Bildrand). In der Mitte liegt die Südspitze der Insel Nowaja Semlja („Nova Hollandia“). Ihr vorgelagert ist die Insel Waigatsch („t'Enckhuyser eylant“). Die Karte dokumentiert eine der wichtigsten Herausforderungen der neuzeitlichen Seefahrt in Europa – die Suche nach einer Nordostpassage nach Asien.

Der Wunsch, eine Route nach Indien und China zu finden, die am östlich Polarkreis entlang führte, war eine Idee, die die europäischen Kaufleute der Renaissance elektrisierte. Heute ist diese Suche vor allem mit dem Namen Willem Barents (c. 1550–1597) verknüpft. Barents unternahm zwei Expeditionsfahrten in die Arktis (1594–1595), an denen auch Jan Huygen van Linschoten teilnahm. Zwar scheiterten diese Reisen, doch van Linschoten veröffentlichte nach seiner Rückkehr einen Bericht über seine Beobachtungen, die er mit Karten und anderen Darstellungen untermauerte („Voyasie, ofte Schip-vaert, van by Noorden om langes Noorwegen de Noordt-Caep, Laplandt, Vinlandt, Ruslandt, de Witte Zee“, Amsterdam 1601). Die hier vorliegende Karte besaß deshalb den Charakter eines Arguments: Linschoten konzipierte sie nämlich als Statement innerhalb einer Diskussion über die mögliche Routenführung nach Asien. Während manche seiner Zeitgenossen einen Weg vorschlugen, der nördlich von Nowaja Semljy fast schon über den Nordpol führen sollte, plädierte Linschoten für eine Südroute – und entsprechend dieser Idee bedeckte er in seiner Karte das nördliche Meer mit aufwendigen Wappen und Kartuschen, um den konkurrierenden Vorschlag unsichtbar zu machen. Darüber hinaus repräsentierten die Wappen die Geldgeber seiner Expedition: die Provinzen Friesland, Südholland und Zeeland sowie die Stadt Enkhuizen. Insofern lässt sch die Karte auch als eine Art Resümee der Expedition verstehen: Sie zeigt eine vermeintliche Passage nach Asien (die tatsächlich nie befahren worden war); sie visualisiert den niederländischen Einfluss im Norden Russlands und sie verbindet das vormals unbekannte Land mit konkreten niederländischen Regenten. 

handkolorierter Kupferstich
Bildmaß: 27,3 x 54 cm (Höhe x Breite)

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