Beschreibung
Persia sive Sophorum Regnum
Willem Janszoon Blaeu
Diese sehr malerisch gestaltete Karte des Persiches Reichs geht zurück auf einen der einflussreichsten Kartografen der Frühen Neuzeit, den Amsterdamer Verleger Willem Janszoon Blaeu (1571–1638). Die Karte wurde 1634 gezeichnet und bis 1644 in Atlanten der Offizin Blaeu gedruckt. Danach erschien eine neue Version, in der Dedikation an den Amsterdamer Rat Theodor Tholing gelöscht wurde, nachdem der Mäzen Bankrott gegangen war. 1662 erschien eine dritte Version mit einer neuen Kartusche und einem neuen Patron, Simon van Hoorn.
Das Kartenbild reicht von Astrachan im Norden bis zur kleinen afrikanischen Insel Masira im Süden. Bestimmend für die Komposition sind die sehr wuchtig wirkenden Flussläufe, welche die Landschaft durchschneiden und an deren Ufern zahlreiche Ortschaften verzeichnet sind. Historisch bemerkenswert ist die Topografie des Kaspischen Meeres, dessen senkrechte Ausrichtung erst 50 Jahre später erstmals präziser kartografiert wurde.
Als Vorlage für seinen Entwurf benutzte Blaeu unter anderem eine sehr einflussreiche Persien-Karte des italienischen Kartografen Giacomo Gastaldi, die 1559 erschienen war. Historisch bildet das Blatt ein Territorium ab, das in großen Teilen von der Dynastie der Safawiden beherrscht wurde. Ihr Reich lag zwischen dem heutigen Georgien und der Region Belutschistan im modernen Pakistan. Der Hauptort war seit dem frühen 16. Jahrhundert Isfahan. Die Region war für Europa vor allem deshalb interessant, weil sie enge Handelbeziehungen mit England und den Niederlanden unterhielt.
handkolorierter Kupferstich
Bildmaß: 37,8 x 49,7 cm (Höhe x Breite)

