Beschreibung
Insularum Aliquot Maris Mediterranei descriptio
Abraham Ortelius
Diese wunderschön klar gestochene Karte unterschiedlicher Mittelmeerinseln geht zurück auf den Antwerpener Humanisten Abraham Ortelius (1527–1598), den Autor des ersten modernen Atlasses der Welt. Ursprünglich war das Blatt Teil einer deutschen Ausgabe des „Theatrum orbis terrarum“ („Theatrum oder Schawbuch des Erdtkreijs“). Deshalb ist die erläuternde Beschreibung auf der Bildrückseite sehr gut lesbar und verständlich.
Im Zentrum des sechs Karten liegt eine sehr schön gestaltete Darstellung von Sizilien – mit einem sehr fein gestochenen Segelschiff im Norden. Die umgebenden Kartenbilder zeigen Sardinien, Korfu, Zembra, Elba und Malta. Auffällig ist, dass die Wellenlandschaften der Karten unterschiedlich gestaltet sind: Während die Wasserfläche um Sizilien aus kleinen Punktierungen gebildet ist und die Wellen um Zembra kleinen Hügeln ähneln, wirken die Wellen der übrigen Karten wild bewegt.
Womöglich erklärt sich dies dadurch, dass Ortelius Vorlagen unterschiedlicher Kartografen benutzt hat – denn die aufgewühlten Wellen erinnern an Entwürfe von Gerard Mercator (1512–1594). Allerdings griffen Mercator und Ortelius gemeinsam auf ein recht neues Buchgenres zurück, die sogenannten „Inselbücher“ (“Isolario“). Diese von kleinen Karten begleiteten Enzyklopädien entstanden um 1420 in Florenz (Cristoforo Buondelmonti, Liber insularum arcipelagi). Mercator und Ortelius fanden hier ihre Vorlagen für ihre eigenen Enwürfe.
unkolorierter Kupferstich
Bildmaß: 36 x 47,7 cm (Höhe x Breite)

